Reiseblog Costa Rica


22.-26.5.2019 Warten auf Wind in Bahia Salinas

Und täglich grüßt das Murmeltier! Am Tag der Abfahrt nach Bahia Salinas regnete es mal wieder! Wer hätte das gedacht. So würde aber die Dirtroad am Lake Arenal eine rutschige und gefährliche Angelegenheit werden. Die Strecke war einfach zu steil. Deshalb gingen wir lieber auf Nummer Sicher und entschieden uns für eine Alternativroute entlang einer Hauptverbindungsstrecke im Norden des Sees. Ich hatte noch meine Bedenken, da wir ja mittlerweile wussten, dass eine Hauptstraße in Costa Rica nicht zwanghaft bedeutet, dass diese auch komplett durch asphaltiert ist. Die ersten Kilometer liefen super. Die Straße war nass, aber griffig und schön geführt. Fast ein bisschen wie im Hinterland vom Bodensee. Wenn man mal die Kokospalmen und Bananenbäume nicht beachtet. Wir kamen gut voran und es regnete nicht. Bei jeder Kurve und jedem Hügel erwartete ich eine Dirtroad und wagte fast zu hoffen, dass wir diesmal verschont bleiben würden. Aber nein! Auf einmal war sie da bzw. der Asphalt hörte einfach auf. Die Gravelroad war zwar vom Fahren her nicht das Problem (nicht zu steil, kein tiefer Sand oder Kies), aber es ging extrem auf´s Material und kostete Zeit. Die „Straße“ war nicht nur von Schlaglöchern übersät, sondern auch noch mit großen Steinen gespickt. Und das ganze 20 Kilometer lang. Zwischendurch verabschiedete sich noch der Luis Packsack samt Kitepumpe. So hieß es anhalten, wieder draufpacken und weiterfahren. Dann war es endlich geschafft und nicht nur wir, sondern auch unsere Bikes atmeten spürbar auf. Doch keine zehn Minuten später fanden wir uns mitten im Gewitterregen wieder, dieser begleitete uns bis zum Blue Dream Kiteresort. Dort empfing uns der, aus Verona stammende, Italiener Nicola und er zerstörte gleich mal unsere Hoffnung: Wind hatte es schon eine Weile nicht mehr. Der Forecast (wegen dem wir übrigens auch hier waren) sah zwar immer wieder gut aus, es kam dann aber meist kein Wind durch. Dafür regnete es seit drei Tagen sehr ergiebig. Frustriert, aber auch froh uns das Resort gegönnt zu haben und nicht auf dem Campingplatz im Dauerregen zelten zu müssen, hängten wir im Zimmer erst mal alles zum Trocknen auf.

 

An dem Abend achteten wir nicht auf unser Budget und leisteten uns eine original italienische Pizza aus dem Steinofen im Blue Dream Restaurant. Das war mit Abstand die beste Pizza auf dem gesamten Trip bisher. Schön lockerer Boden, viel Belag und super saftig. Das hatten wir uns redlich verdient! Danach saßen wir noch bei Kerzenschein und Rotwein auf der schmalen Terrasse. Wahrscheinlich der Müdigkeit und dem vielen Regen geschuldet stellten wir uns folgende Fragen: War es mit den Motorrädern doch zu beschwerlich sich durch die Regenzeit zu kämpfen? Schleppen wir nun unser Kitezeug wieder tausende von Kilometern umsonst mit? Wie schlimm wird die Regenzeit noch werden?

 

Wir wollten das Beste aus dem Hundewetter machen und am Laptop arbeiten. Nicht nur die Homepage weitervoranbringen (Kai ist gerade dabei sie auf Englisch zu übersetzen), sondern auch die weitere Reise in Nicaragua vorzubereiten. Die Lage in Nicaragua war zwar entschärft, es brodelte weiterhin. Auf Grund des Einbruchs des Tourismus im letzten Jahr, hatten viele Campingplätze, Hostels und Hotels zumachen müssen. Wir hatten in Tamarindo einen ehemaligen Hostelbesitzer getroffen, der nun versucht in Costa Rica Fuß zu fassen. Deshalb wollten wir alle Campingplätze und Hostels anschreiben um auf Nummer sicher zu gehen. Doch unser Laptop streikte: Hardwarefehler! Beim näheren Hinschauen war dann auch klar warum: Die Festplatte hatte sich durch die Erschütterungen auf der Dirtroad gelockert und musste wieder reingeschoben werden! Zum Glück also nur ein mechanisches Problem, das man aber erst mal finden musste!

 

Auch wenn die Hoffnung zuletzt stirbt – es kam tatsächlich kein Wind mehr. Wir warteten jeden Tag, erinnerte ein bisschen an den Comersee, aber es kam nix. Außer Regen. Zumindest hatte es einen Tag mal ein bisschen Sonne zwischen den Wolken in einer Regenpause. Man konnte dann mal die wundervolle Aussicht bewundern und die Kapuzineräffchen im Baum neben an beobachten.

 

Am letzten Abend gönnten wir uns dann nochmal eine Pizza – wer weiß wann wir wieder in den Genuss einer guten Pizza kommen würden. Und für mich gab es noch ein Tiramisu als Nachtisch. Wie in Bella Italia! Am nächsten Tag sollte es dann nach Nicaragua weitergehen. Wir freuten uns schon darauf, denn Nicola (der Besitzer) hatte uns schon vorgewarnt: Dieser Grenzübergang ist die schlechtorganisierteste Grenze in ganz Zentralamerika! Hurra!


18.5.- 22.5.2019 Bunte Tierwelt in La Fortuna

Am Tag der Abfahrt nach La Fortuna standen wir wieder mal früh auf. Es hatte eine Woche lang nur abends geregnet. Am Tag der Abfahrt regnete es zum ersten Mal natürlich morgens. So mussten wir mal wieder abwarten. Als es endlich aufhörte zu regnen und wir endlich fertiggepackt hatten, schüttelten wir wie gewohnt die Stiefel aus bevor wir diese anzogen. Wir waren es mittlerweile gewohnt, dass dabei die ein oder andere Spinne oder Ameise herausfiel, aber sowas hatten wir noch nie gesehen. Tausende von großen Ameisen fielen zusammen mit ihren Eiern (sehen aus wie Maden) aus meinen Stiefeln! So etwas ekelhaftes hatten wir noch nicht erlebt. Und nur in meinen Stiefeln hatten sie sich eingenistet! In Kai´s war wohl der Geruch nicht erträglich! Alles Schütteln half nichts und machte die Viecher nur aggressiver. So musste Kai mit dem Fahrrad losfahren um Insektenspray zu kaufen. Dieses half dann zum Glück. Er sprayte seine Stiefel auch vorsichtshalber ein, ein paar Ameisen hatten sich auch dort hineingewagt.

 

Es war nach halb elf als wir endlich loskamen. So fuhren wir wieder einmal schön durch die Mittagshitze. Schon nach kurzer Zeit fingen die Füße an zu brennen – hatte vielleicht doch noch eine Ameise überlebt? Doch es brannte eher wie eine Verbrennung. Der ganze Fuß tat weh. Bei der Mittagspause mussten wir beide die Stiefel ausziehen, da es nicht mehr zu ertragen war. Dann dämmerte uns auch warum die Füße nicht nur brannten, sondern auch rot waren: Die Mischung aus Chemie und Hitze rief eine allergische Reaktion hervor! Doch es half ja nichts. Wir mussten Vorwärts kommen. Es brauten sich schon wieder dunkle Wolken zusammen. Kurz vor dem Lago de Arenal schickte uns Google Maps eine Abkürzung entlang. Ich fragte zwar noch nach, ob wir richtig waren und ich bezweifelte, dass die Straße weiterhin geteert sein würde, als auch schon der Asphalt endete. Gut, Dirtroad waren wir ja mittlerweile gewohnt, solange es nicht so steil bergauf und bergab ging. Doch dann gab es immer mehr Felsen und Steine auf dem Weg und es wurde letztendlich zu einem Trail. Dies zwang uns dann zur Umkehr. Nochmal eine halbe Stunde verloren. Jetzt mussten wir Gas geben um vor dem Gewitter in La Fortuna anzukommen. Auf einmal jedoch wurde auch diese asphaltierte Straße mal wieder zur Dirtroad und es ging ordentlich hoch und runter. Schön mit viel Kies auf dem Weg. Na super! Wir waren beide schon fix und fertig und Kai wäre am liebsten im nächsten Hostel (er hatte ein deutsches Hostel mit Bratwurst & Co. gesehen) abgestiegen, als es mal wieder eine Straßensperrung gab. Bei über 30 Grad und Sonne gibt es nichts Schöneres. Vor allem mitten im steilen Gefälle ohne Möglichkeit die Motorräder abzustellen! Neben mir hielt ein Mopedfahrer und ich fragte ihn nach dem weiteren Verlauf und Zustand der Straße. Wir hatten schon die Befürchtung die nächsten 55km auf dieser Dirtroad verbringen zu müssen, aber er sagte uns es wären nur noch 10km. Danach wäre alles asphaltiert. Gott sei Dank! Als wir endlich weiterfahren konnten beobachtete ich immer wieder den Kilometerzähler und zählte mit wie viele Kilometer wir noch durchhalten mussten. Dann war es endlich geschafft: Wir befanden uns auf der asphaltierten Straße! Doch nun kam das Gewitter! So mussten wir weiterhin langsam fahren, da die Straßen schon nass waren. Nach endlosen Kilometern waren wir endlich am Ziel: La Fortuna!

 

Wir blieben drei Tage und genossen den schönen Garten, der die Heimat von zwei Faultieren ist. Wir hatten das Glück diese Tiere sogar bei ihren wenigen Bewegungen filmen zu können. Sonst sahen wir noch Tukane und Leguane. Eigentlich wollten wir etwas die Gegend erkunden und uns in den Hot Springs entspannen, aber das Wetter machte einfach nicht mit. Jeden Tag regnete es noch früher und noch intensiver. Jedes Mal waren wir nass bis auf die Haut. Beim ersten heftigen Regen waren wir gerade im Ort unterwegs und bummelten durch die Souvenirshops. Nach zwanzig Minuten im gleichen Shop wurde es dann zu langweilig und ich erspähte nebenan ein Schokoladenmuseum mit kostenlosen Proben. Na, das ließ ich mir nicht zweimal sagen. So konnten wir das schlechte Wetter doch noch nutzen und ich probierte mich durch die verschiedenen Schokoladensorten. Himmlisch! Dort erstand ich dann auch Kakaobohnen. Die schmelzen bei der Hitze zumindest nicht… Sonst blieb uns bei dem Wetter nichts anderes übrig als zu relaxen und am Laptop zu arbeiten. Und wir fanden endlich einen guten und günstigen Rotwein!

 

Kai hatte sich etwas erkältet und hatte Muskelschmerzen. Sicherheitshalber kontrollierten wir stündlich ob er Fieber hatte. Denn mit Tropenkrankheiten wie Dengue, Malaria und Co. ist nicht zu spaßen. Es schien aber wohl wirklich nur eine Erkältung zu sein. Bei dem vielen Regen, Hitze und dann wieder „Kälte“ (also 27 Grad), auch nicht weiter verwunderlich.

 

Wir mussten eine Woche vorab unseren Grenzübertritt nach Nicaragua anmelden. Das ging unkompliziert über ein Onlineformular. Der Gärtner, er hatte uns öfter gezeigt wo sich gerade die Faultiere aufhalten, warnte uns immer wieder vor Nicaragua. Wir sollten aufpassen und ja vorsichtig sein. Natürlich machten wir uns Gedanken. Viele, darunter auch Locals aus Guatemala, hatten uns geraten Nicaragua schnell zu durchfahren. Doch wir hatten auch von anderen Reisenden gehört, die kürzlich in Nicaragua waren, die sich nicht unsicher gefühlt hatten. Da es einige gute Surf- und Kitespots hat, wollten wir zumindest drei Spots anfahren. Aber wir würden uns auf unser Gefühl verlassen müssen.


11.5.-18.5.2019 Surfen und tierische Erlebnisse in Tamarindo

Wir standen in Santa Teresa extra früh auf um noch vor der Mittagshitze den Übernachtungsstopp in San Pablo zu erreichen. Doch als wir das Zelt abbauten war auf einmal klar woher der komische Geruch kam, der das Zelt seit geraumer Zeit umgab: Eine tote, handtellergroße, Krabbe lag zwischen Zeltunterlage und Zeltboden. Doch nicht genug. Sie lag inmitten einer großen, braunen, stinkenden Lache. So mussten wir erst mal den Zeltboden notdürftig putzen und die Zeltunterlage in Waschmittel einlegen. Natürlich kamen wir so viel später los als geplant und somit voll in die Hitze rein. Die Dirtroad war bewältigt doch hinter Paquera war auf einmal die Straße gesperrt. Bauarbeiten an einer Brücke. In zwei Stunden wäre die Straße wieder passierbar. Die Alternativroute würde bedeuten 1,5h zurückzufahren und dann noch eine weitere Stunde quer durch die Berge über eine Dirtroad mit Flussdurchfahrten zu fahren. Von dieser Route wurde uns in Santa Teresa schon abgeraten. Dort kam es regelmäßig zu Überfällen. Also harrten wir zwei Stunden aus uns setzen uns in den Schatten. Mit Argwohn und wachsender Besorgnis schauten wir den dunklen Wolken zu, die sich immer mehr auftürmten. Auch die Information, dass uns nach der Straßensperrung 25km nicht asphaltierte Straße erwarteten, hellte die Stimmung nicht unbedingt auf. Aber solange es nur leicht hoch und runter ginge, wäre das ja kein Problem. Würde nur länger dauern. Solange es nicht zu regnen begann, wäre alles gut… Als wir dann endlich weiterfahren durften, wurden unsere schlimmsten Befürchtungen wahr: Es ging richtig steil hoch und runter durch die Berge an der Küste entlang, stellenweise mit tiefem Kies und Sand. Na super. Zumindest hatten wir das Glück, dass das Gewitter bis zum Ende der Gravelroad wartete. Dann schlug es aber mit voller Wucht und Platzregen zu. Ohne Unfall, aber fix und fertig, kamen wir dann am Zwischenziel für die Nacht an: Cabañas Mi Mama. Wir ruhten uns aus und hofften inständig, dass uns am nächsten Tag eine gute Straße nach Tamarindo erwarten würde. Denn diese ist, wie auch die Route zuvor, eine Hauptverbindungsstrecke. Aber wir wussten ja nun, dass das nicht viel zu heißen hatte.

 

Der Regen, der am Nachmittag eingesetzt hatte, fand auch am nächsten Tag kein Ende. So schliefen wir aus und warteten, bis es endlich aufhörte zu Regnen. Um elf Uhr kamen wir dann endlich los. Zum Glück war die Straße nach Tamarindo gut ausgebaut. Somit waren wir schon nach 1,5h an unserem Ziel im „Tamarindo Eco Camping & Hostel“. Der Campingbereich liegt mitten im Hostel und wir mussten somit unser Zelt quasi direkt neben dem Aufenthaltsbereich aufbauen. Der überdachte Zeltplatz war leider schon belegt. Das Hostel verfügt über eine gut ausgestattete Küche und sogar zwei Kühlschränke. So gingen wir erst mal Einkaufen und etwas Günstiges zu Essen suchen. Günstig und Tamarindo passt nicht wirklich zusammen. So gaben wir für ein paar Empanadas über sieben Euro aus. Tamarindo ist ein ganze netter Surferort mit vielen Shops, Bars und Restaurants. Wobei wir uns leider nichts leisten konnten. Kai wollte unbedingt noch ein Eis oder eine Waffel als Nachtisch. Doch 2€ für eine Kugel Eis oder 5€ für eine Waffel sind einfach viel zu teuer. Aber Costa Rica wird ja auch nicht umsonst die Schweiz Zentralamerikas genannt.

 

Zum Surfen war Tamarindo endlich genau das was wir gesucht hatten: Schöne kleine bis mittlere Wellen, super zum Üben. Es war jedoch ein komisches Gefühl neben Warnschildern (Vorsicht Krokodile!) ins Wasser zu gehen. Vor allem als ich ein Krokodil im Fluss sah, nachdem ich morgens alleine Surfen war. Am Wochenende waren zwar unglaublich viele Surfer im Wasser, unter der Woche ging es jedoch, solange man sich etwas antizyklisch bewegte. Also früh morgens oder wenn die Tide nicht perfekt war.

 

Auch beim Camping hatten wir wieder tierische Erlebnisse: Wir mussten unser Essen im Kühlschrank oder in unseren Koffern verstauen, da nachts Waschbären die Küche unsicher machten. Selbst die Kühlschränke mussten abgeschlossen werden. Ein Waschbär fraß sich sogar seitlich durch eine zugetapte Styroporbox um an das Essen darin zu gelangen. Zwei kleine Kater bekämpften sich täglich im Camp. Ein „Catfight“ fand in unserem Zelt statt, was zu dem ersten richtigen Riss im Zelt führte. Aber es gab auch schöne tierische Erlebnisse, wie die unzähligen Glühwürmchen die uns nach dem Sonnenuntergang den Weg vom Strand zurück leuchteten.

 

Leider bestätigten sich unsere Befürchtungen, dass die Nächte nicht wirklich erholsam werden würden, da wir direkt neben dem Aufenthaltsbereich schliefen. Aber auch das hielt uns nicht von morgendlichen Surfsessions ab.

 

Die Regenzeit hatte zwar erst begonnen, doch es regnete zuverlässig jeden Tag. Einen Abend so heftig, dass wir in unserem Zelt fast wegschwammen. Am nächsten Tag mussten wir erst mal alles zum trocknen aufhängen. Bei einem heftigen Gewitter gingen ein paar von uns aus dem Camp auf einen Aussichtsturm. Der Blitz schlug direkt in den Turm ein. Zum Glück hatten alle Flips Flops an und keiner hatte sich am Geländer festgehalten. Sonst hätte das sehr böse ausgehen können. Auf Grund des Gewitters gab es an einem Nachmittag Stromausfall. Nicht unüblich in Costa Rica. Doch nachdem alle Nachbarn wieder mit Strom versorgt waren und nur unser Camp im Dunkeln lag, wurden wir misstrauisch. Wir fanden heraus, dass der Besitzer wohl die letzte Stromrechnung nicht bezahlt hatte, denn das Kabel war getrennt worden. Der Manager des Camps konnte aber zum Glück schnell die Rechnung zahlen und so hatten wir noch am selben Abend wieder Strom.

 

Da der Regen so heftig war, zogen wir für die letzten zwei Nächte in ein Zelt des Hostels um. Wir verbrachten Stunden damit alles von Schlamm zu befreien und zu Trocknen. Leider hatte die kleinere Katze uns auch noch auf die Zelthülle gepinkelt, in der wir alle weiteren Hüllen (Matratze, Kissen etc.) aufbewahrt hatten. Wir legten alles eine Nacht in Waschmittel ein, das half zum Glück. Somit hatten wir zumindest das Zelt selbst nun im Trockenen. Dachten wir zumindest. Am letzten Abend hatte es sintflutartige Regenfälle und die Jurte (in die wir umgezogen waren) kam an ihre Grenzen. Überall sickerte langsam das Wasser hinein und unser Zelt lag zusammengelegt natürlich genau unter dem einzigen kleinen Loch in der Jurte und wurde somit wieder nass…

 


30.04.- 10.05.2019 Surfen im Süden Costa Ricas und Herausforderungen auf der Nicoya Peninsula

Da wir in einigen Blogs gelesen hatten, dass die Grenzübergänge in Zentralamerika sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, hatten wir uns für diesen Tag nur eine Stunde Fahrzeit eingeplant. Doch auch diese zog sich in die Länge, da wir in der kurzen Zeit ganze zweimal kontrolliert wurden. Das erste Mal von der Polizei (nur Papiere) und das zweite Mal dann vom Militär (hier mussten wir von der Yamaha alles abladen und öffnen). Die Ausreise aus Panama ging recht schnell. Es half uns ein sogenannter „Agent“, der für seine Dienste dann sogar freche 20$ wollte (wir hatten ihn dann auf 10$ runtergehandelt). Dafür mussten wir nicht erneut alle Koffer und Packsäcke öffnen. Die Einreise nach Costa Rica ging für uns sehr schnell, für die Motorräder dauerte es wieder länger. Doch mit insgesamt 2,5h war dieser Grenzübergang noch recht human.

 

Wir übernachteten direkt hinter der Grenze in Paso Canoas im Hotel „Osley del Norte“ und ich fand im Duty Free Einkaufszentrum sogar eine Matratze für 15$ (meine war ja kaputt)! Mit Kettenspray deckten wir uns auch nochmal ein. Sicher ist sicher.

 

Am nächsten Tag ging es nach Uvita um die obligatorischen Bänder abzuholen, die uns ein Motorradfreund (www.imoff.to) hinterlegt hatte. Diese muss man in Costa Rica aus Sicherheitsgründen beim Motorradfahren anziehen. Ganz klischeehaft riss sich Kai das blaue Band unter den Nagel und ich musste Pink nehmen. Sah eher aus wie die Schärpe bei einem Junggesellinnenabschied… Da es in Uvita einige Campingplätze gibt, darunter auch den „El Chaman“ mit überdachten Zeltplätzen, und der Spot zum Surfen ganz OK aussah, entschieden wir uns dafür ein paar Tage dort zu bleiben. Eigentlich wollten wir zum Surfspot Dominicalito, dort gab es aber keine (bezahlbare) Möglichkeit zum Übernachten. Da wir fast die einzigen Gäste waren, durften wir unsere Motorräder auf einen eigenen überdachten Platz stellen. Es regnete jeden Nachmittag bzw. Abend. So hatten wir nicht nur das Zelt, sondern auch unsere Pferdchen im Trockenen.

 

Wir hatten auf der Reise ja schon viel geschwitzt, aber in Uvita war es wirklich die Krönung. Man kam aus dem Schwitzen gar nicht mehr heraus. Unglaublich. Da kam man sogar mit dem Trinken gar nicht mehr hinter her. Auch was Mosquitos anging war es dort der Gipfel. Man musste sich am laufenden Band einsprühen und vom Surfen zurückrennen, um möglichst wenige Stiche abzubekommen. Wir hatten schon von anderen Reisenden gehört, dass das Wasser in Costa Rica so warm sein soll. Doch diese Badewannentemperatur war wirklich nicht von dieser Welt. Solche Wassertemperaturen hatten wir zuletzt in der Lagune Kalpitiya auf Sri Lanka. Selbst beim Surfen schwitzte man!

 

Zum Surfen war der Spot mehr schlecht als recht. Die Wellen brechen mal hier, mal da, aber Hauptsache Surfen. Es stand der erste Besuch aus der Heimat vor der Tür! Eine Kollegin machte gerade in Costa Rica Urlaub und besuchte uns. Sie brachte netterweise auch ein paar Dinge mit, die wir hier nicht bekamen. Nur meine Schokolade hatte sie nicht mitgebracht und mir damit das Herz gebrochen. Ich hatte mich doch schon wochenlang auf gute Zartbitterschokolade gefreut! Auch das Argument, die Schokolade wäre bei der Hitze geschmolzen, tröstete mich nicht darüber hinweg.

 

Nachdem die weitere Reiseplanung abgeschlossen, die Wäsche mal wieder gewaschen und wir weiter an der Homepage gearbeitet hatten, ging es nach drei Tagen für uns weiter nach Jaco. Dieser gehypte Surferort gefiel uns jedoch gar nicht. Hochhäuser, kaum lokale Läden, dafür KFC & Co., dazu noch ein mittelmäßiger Beachbreak – überzeugte uns nicht länger als einen Tag zu bleiben. Wir hatten durch die Übernachtung im Hostel „Riva Jaco“ zwar freien Eintritt in den Beach Club „Blue Jaco“, aber es war Sonntag und die Ticos verstehen unter Entspannung etwas anderes als wir. Laute Club Musik und viel Alkohol (den wir uns nicht leisten konnten) vertrieben uns zurück an den Strand.

 

Am nächsten Tag ging es dann mit der Fähre auf die Nicoya Halbinsel. Nur die letzten Kilometer auf einer Dirtroad bis zum Surf Spot Santa Teresa waren noch richtig Arbeit. Mit den Kräften am Ende kamen wir aber dennoch ohne Unfall sicher auf dem Zeneidas Camping & Cabañas an. Hier hieß es „back to the roots“ – Kochen auf offenem Feuer. Es war also mit viel Arbeit verbunden sich kurz mal einen Kaffee zu machen. Das war man gar nicht mehr gewohnt. Der Platz war ansonsten ganz schön, direkt am Strand und vor dem berühmten Surfspot. Wir wussten, dass ein großer Swell in den nächsten Tagen reinrollen würde, doch mit solchen riesen Wellen hatten wir nicht gerechnet. So blieben uns nur die kleineren Wellen weiter drinnen. In die großen Hauswände weiter draußen trauten wir uns nicht. Dafür gab es ein paar Fotos von sehr guten Surfern. Das Niveau auf dem Wasser am Spot in Playa Venao / Panama war ja schon hoch, aber das toppte nochmal alles. Spielerisch ließen die Könner sich in der Welle raus uns sprangen durch die Gegend. Es sah so leicht aus.

 

Nach drei Tagen entschieden wir uns dann dazu einen Spot, unserem Können entsprechend, anzusteuern: Tamarindo.


Reiseblog Panama


13.-30.4.2019 Surfersparadise in Playa Venao, Weiterfahrt nach Costa Rica

Auf dem Weg von Colon nach Playa Venao an der Pazifikküste, fuhren wir einmal über den Panamakanal. Eigentlich wollten wir zu einem Lookout namens „Pedro Miguel“ aber vor Ort sagte man uns (hingegen den Beschreibungen im Internet), dass dieser Lookout nicht für Touristen geöffnet wäre. Wir müssten zu dem Lookout „Miraflores“, dieser kostet aber 20$ Eintritt. Deshalb beließen wir es dabei einfach über die Brücke zu fahren. Mit einem Übernachtungsstopp im Motel „Residencial Aguadulce“ kamen wir am nächsten Tag bei 35 Grad in Playa Venao an. Eigentlich wollten wir direkt am Hauptspot übernachten, dort war aber alles sehr teuer (28$ für´s Campen – nein Danke!). Deshalb steuerten wir das Hostel & Camping „Venao Cove“ an. Dort schlugen wir für 7$/Person die Nacht unser Zelt auf. Einkaufsmöglichkeiten waren begrenzt. Es gab einen kleinen, völlig überteuerten, Minimarket und eine Panaderia (Bäckerei), sowie ein paar Kleinigkeiten im Hostel zu kaufen. Dafür kam alle paar Tage ein „Fruit & Veggy Truck“ vorbei, mit relativ humanen Preisen. Durch Zufall fanden wir heraus, dass man sich, aus dem eine Stunde entfernten Pedasí, auch Lebensmittel liefern lassen konnte – für 7$. Diesen Service nahmen wir dankend in Anspruch und versorgten uns mit allem was wir neben Obst und Gemüse benötigten. Und natürlich Bier und Fleisch für Kai.

 

Die Regenzeit stand kurz bevor und es war alles sehr trocken und verbrannt. Laut den Fotos im Internet sollte das Wasser türkisfarben und der Strand weiß sein – war es leider nicht. Dafür waren die Wellen gut und es gibt sogar drei verschiedene Spots. So mussten wir gar nicht weit laufen um zum Surfen zu kommen. Das „Venao Cove“ bietet für das Geld recht viel: Große Küche mit Aufenthaltsbereich und zwei Chillareas mit Hängematten. So ließ es sich durchaus aushalten und wir blieben mal wieder länger als geplant. Wir lernten sehr nette Leute kennen, auch viele Langzeitreisende und hatten tolle Surfsessions zusammen. „Wildlife“ gab es auch genug: Affen brüllten morgens und abends, diese sahen wir auch ab und zu in den Bäumen, Krabben bevölkerten den Strand und im Wasser tummelten sich an manchen Tagen leider unzählige Quallen, die man bei jedem Paddelschlag spürte. Verbrennungen hatten wir somit alle immer wieder. Eine Qualle schaffte es sogar unter mein Lycra. Das brannte wie Hölle. Am Tag davor hatte ich mir schon die Finne in den Oberschenkel gerammt. Zum Glück ist die Finne recht stumpf, sodass es nur einen leichten Cut gab. An manchen Tagen sollte man halt einfach besser in der Hängematte bleiben…

 

Es gab nur eine Sache die richtig nervte. Ein psychisch angeknackster Vogel. Er wurde wohl mal von der Katze verletzt und seitdem hat er eine Schraube locker. Er hielt sich sogar in der Küche auf und piekte uns völlig unverfroren aus dem Nichts in den Rücken. Wir hatten sogar schon ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Doch weder die Katze, noch die Hunde machten Anstalten ihn sich zu schnappen. Wahrscheinlich hatten sogar die Respekt vor ihm…

 

In Venao ließ sich die „Semana Santa“ (Osterwoche) sehr gut aushalten. Es hatte nur drei Tage (Karfreitag bis Ostersonntag) laute Musik am Strand und abends ein Festival im Ortskern (Musik bis morgens um 7). Es war eine neue und interessante Erfahrung bei schallender Reggaeton bzw. Techno Musik surfen zu gehen. Sonst war es relativ ruhig. Nur meine kaputte Matratze raubte mir den Schlaf. Drei Kammern hatten sich verbunden und so lag ich entweder links oder rechts vom „Wulst“. Der Hersteller Exped hatte uns Ersatz zugesichert, wir hoffen es bleibt nicht wieder im Zoll hängen wie unser Kitematerial…

 

Je nach Tidenstand gingen wir surfen, entspannten in der Hängematte und arbeiteten am Laptop. Kai surfte seine ersten richtigen Barrels (hohlbrechende Welle in der der Surfer komplett verschwindet) und auch ich machte immer mehr Fortschritte und kämpfte mich durch die Wellen ins „Lineup“ zu den anderen Surfern.

 

Eigentlich wollten wir noch einen Ausritt machen durch den Regenwald. Doch die Pferde waren in den Bergen auf Futtersuche (an der Küste ist ja alles verbrannt) und danach nicht mehr auffindbar. Als sie dann endlich gefunden wurden, hatte sich ein Pferd wohl einen Schnupfen in der Höhe zugezogen und so fiel der Ausritt wieder ins Wasser.

 

Nach zwei Wochen schafften wir dann doch den Absprung und fuhren weiter. Auch wenn wir uns schon sehr an Playa Venao gewöhnt hatten. Da wir länger geblieben waren als gedacht, hatten wir uns dazu entschlossen an keinem weiteren Spot mehr in Panama Halt zu machen, sondern direkt nach Costa Rica weiterzufahren. So übernachteten wir auf dem Weg eine Nacht auf dem Campingplatz „Buena Esperanza“ hinter Santiago. Dort schlugen wir unser Zelt direkt unter einem riesigen Mangobaum, neben einem kleinen See, auf. Doch leider brach beim Aufbau eine Stange durch. Nachdem schon ein Kissen und eine Matratze schlapp gemacht hatten, ging nun auch noch das wertvollste kaputt: Unser Zuhause! Wir reparierten es notdürftig mit einer mitgelieferten Hülse und hofften inständig, dass keine weitere Stange mehr brechen würde. Dann hätten wir nämlich nichts mehr zum Flicken… Wir saßen etwas rastlos und verärgert auf den Stühlen und beobachteten die Locals, die auf den Mangobaum kletterten und Früchte ernteten. Wir bekamen auch welche ab und genossen so frisches Bio-Obst direkt vom Baum. Nach einem Spaziergang um den See war uns dann auch klar warum uns immer wieder der süße Gestank der Verwesung in die Nase stach – es lag eine tote Kuh auf der Weide! Am nächsten Morgen schauten uns ganz viele Schildkröten beim Frühstück zu und wir genossen die Ruhe und Stille am See. Wir gaben dem Campingplatzwart eine kleine Spende (das Campen an sich war hier umsonst), dann ging es für uns weiter nach David für die letzte Übernachtung vor der Grenze zu Costa Rica. Dort bekamen wir dann auch zum ersten Mal die beginnende Regenzeit zu spüren: Wir wurden nach dem Einkaufen ordentlich geduscht! Danach musste Kai erst mal seinen Blinker reparieren – dieser war (wahrscheinlich aus Solidarität zur BMW) während der Fahrt abgebrochen…

 


6.-13.4.2019 Relaxen auf den San Blas Inseln, Fortsetzung des Verschiffungskrimis in Panama

Wir hatten es tatsächlich geschafft. Am 6.4. betraten wir endlich das Segelboot in Cartagena auf dem wir nach Panama segeln würden. 5 Tage ohne Internet, einfach nur relaxen und die Seele baumeln lassen. Doch die offene See ist nun mal kein Binnengewässer wie der Bodensee. Vor dem Segeltrip hatten wir nur zur Sicherheit Tabletten gegen Seekrankheit gekauft, dass wir diese tatsächlich einnehmen würden, hatten wir nicht gedacht. Und das, obwohl wir anscheinend Glück hatten und es „nur“ 2 Meter hohe Wellen hatte. Nachdem sogar die Köchin (man muss dazu sagen, dass es ihr erster Segeltörn war) Fische fütternd über der Reling hing, konnten wir dank der Medikamente das Bordleben doch genießen. Zwei Tage verbrachten wir auf offener See. Immer wieder wurden wir von Delfinschulen begleitet und saßen auf Deck um die Weite des Ozeans zu genießen. Wir hatten Glück mit dem Wetter und mussten eher aufpassen uns nicht zu sehr zu verbrennen. Unsere zwei britischen Mitsegler lagen während der Überfahrt an Deck und verwandelten sich langsam in Hummer. Die nächsten Tage verbrachten sie wohlweislich im Schatten. Der Sternenhimmel auf See war einfach unglaublich und das fluorisierende Plankton funkelte wie Diamanten in der aufkommenden Gischt. Einfach ein magischer Augenblick. So etwas hatten wir noch nie in unserem Leben gesehen.

 

Wir hatten Glück mit der Gruppe. Wir waren insgesamt acht Gäste und drei Crew Mitglieder. Alle total nett und super entspannt. Die Köchin gab ihr Bestes und so aßen wir gesund und gut wie schon lange nicht mehr. Von Pancakes und Obst zum Frühstück, über Reis mit Gemüse und Fleisch zu Mittag, bis zu Red Snapper zu Abend. Das ließ wirklich keine Wünsche offen.

 

Auf den Inseln angekommen, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus: Kleine Inseln über und über bewachsen mit Kokospalmen, weiße Sandstrände und türkisfarbenes Wasser. So hatten wir uns die Karibik vorgestellt! Auch die Unterwasserwelt war wunderschön. Die Riffe waren zum Großteil noch intakt und beherbergten eine große Fischpopulation und bunte Korallen. Einen Abend machten wir ein Lagerfeuer am Strand und suchten im seichten Wasser nach fluorisierendem Plankton. Dieses funkelte dann wie Sterne in den Händen und Kai im Gesicht.

 

Die Einreise nach Panama fand offiziell auf der Insel El Porvenir statt. Es zog sich zwar über mehrere Stunden hin, aber wir konnten währenddessen in der Hängematte chillen, baden und Mittagessen. So eine relaxte Immigration hatten wir auch noch nie erlebt. Das Ausreiseticket aus Panama (es wurde uns empfohlen eines vorzulegen, da Panama dies meist fordert um sicher zu gehen, dass man das Land auch wieder verlässt) mussten wir nicht vorzeigen. Wir hatten sicherheitshalber einen Flug nach Mexiko reserviert, um dies als Bestätigung der Ausreise vorzeigen zu können.

 

Da wir nicht wie geplant am 11.4. morgens in Puerto Lindo / Panama ankommen würden, sondern erst gegen Abend, bot der Kapitän uns an noch eine Nacht auf dem Boot zu bleiben. Da Colón wohl die gefährlichste Stadt Panamas ist, hielt er es nicht für ratsam, wenn wir im Dunkeln dort ankommen. Das Angebot nahmen wir dankend an und genossen so noch eine Nacht im Hafen von Puerto Lindo, bevor es am nächsten Tag früh morgens um halb sechs direkt zum Hafen nach Colón ging. Dort trafen wir uns um halb acht mit den Spaniern, unseren Verschiffungspartnern. Die Argentinier bzw. Brasilianer sollten eigentlich auch dazukommen, hatten es aber nicht rechtzeitig geschafft. Wir erfuhren, dass sie noch etwas Stress hatten mit dem verfliegen ihres Hundes. Und auch mit diesem in einem öffentlichen Bus vom Flughafen in Panama City nach Colón zu fahren, war ein Ding der Unmöglichkeit, da es nicht erlaubt ist. So wurde es eine knappe Geschichte, da wir vor 11 Uhr die Prozedur starten mussten, sonst müssten wir (es war Freitag) bis Montag warten, da am Wochenende der Zoll nicht arbeitet. Zum Glück waren sie um neun Uhr endlich da und der Papierkrieg ging los. Es fehlte zuerst einmal ein Stempel auf dem Einreisepapier des Containers („Bill of Landing“). Danach ging es zu verschiedenen Stellen um diverse Stempel und Papiere zu bekommen. Da das Hafengelände recht groß ist, mussten wir uns mit einem Taxi fortbewegen. Um 14 Uhr bekamen wir dann endlich unsere Motorräder bzw. Busse wieder. Leider war bei der BMW der Blinker abgebrochen und jemand hatte versucht die BMW Embleme zu klauen. Bei dem einen VW Bus wurde sogar versucht einzubrechen! Dafür, dass in Kolumbien so ein Tamtam gemacht wird mit Polizei und Versiegelung des Containers, war es uns unverständlich warum wir bei der Öffnung des Containers in Panama nicht dabei sein durften. Und das, obwohl es hieß, alle müssen zur gleichen Zeit vor Ort sein! Genau in der Zeit musste es passiert sein. Sehr ärgerlich! Völlig verschwitzt bepackten wir dann unsere Motorräder wieder (wir hatten zum Glück alles in den VW Bus der Spanier lagern können, sonst wäre davon bestimmt auch noch etwas abhandengekommen…) und fuhren die sechs Kilometer bis zum Hotel. Dort wurden unsere Befürchtungen wahr (obwohl es uns schriftlich zugesichert wurde): Es gab keine gesicherten Parkplätze! Wir würden sicherlich nicht unsere Motorräder draußen auf der Straße stehen lassen! Wir hatten dann nur zwei Optionen: Entweder ein teureres Hotel neben an zu nehmen (dort hatte es zumindest einen bewachten Parkplatz) oder eine halbe Stunde zum nächsten Campingplatz zu fahren. Da es schon später Nachmittag war, das Licht der BMW zudem nicht mehr funktionierte und wir völlig k.o. waren, entschieden wir uns für Option 1. Die Wachmänner waren sehr nett und versicherten uns gut auf unsere Motorräder aufzupassen. Zum Einkaufen um die Ecke konnten wir uns noch alleine fortbewegen. Zum Geldautomaten wurden wir dann jedoch begleitet. Sicher ist sicher. Es ist einfach zu gefährlich!

 

Nachdem wir uns etwas ausgeruht und alles wieder umgepackt hatten, ging es dann am nächsten Tag endlich wieder on Tour. Wir verließen die Karibikküste und machten uns auf Richtung Pazifik. Nach fast 6 Wochen wollten wir endlich wieder Surfen!